Chronik

Kurze Chronik von Verein und Zeitung ECHINGER FORUM

Die Gründung
Die Anfänge des ECHINGER FORUM reichen in das Jahr 1972 zurück, in welchem Kommunalwahlen stattfanden. Dr. Joachim Enßlin, der damalige Bürgermeisterkandidat der SPD, startete eine Umfrage zur Ortsentwicklung. Der Fragebogen war überschrieben mit „ECHINGER FORUM“ und fand großes Echo. Einige Bürger unterzeichneten das Blatt mit ihrem Namen, und diese lud Dr. Enßlin nach seiner Wahl zum Bürgermeister zu einem Gesprächskreis ein. Aus dieser Runde erwuchs die Idee einer Zeitung für den Gemeindebereich. Im Juni 1972 erfolgte die Gründungsversammlung des Vereins ECHINGER FORUM, Ende desselben Jahres die Eintragung ins Vereinsregister.

Leitgedanken
Orientierung für alle Mitglieder war die Satzung, die unter anderem festschrieb: „Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. … Aufgabe des Vereins ist die Verbreitung und Förderung kritisch-demokratischen Bürgersinns im Geiste der Toleranz, der demokratischen Freiheiten und der sozialen Gerechtigkeit. Der Verein will das kulturelle Leben in der Gemeinde fördern. … Der Verein ist parteineutral.“ Die von den Initiatoren erarbeiteten Grundideen haben sich bewährt, auch wenn die Satzung im Laufe der Jahre Veränderungen erfahren hat.

Die Zeitung
Die erste Ausgabe der Zeitung trug schon den bogenförmigen Schriftzug ECHINGER FORUM; darunter stand „Zeitung für Dietersheim, Eching und Hollern.“ Die Orte Günzenhausen, Ottenburg und Deutenhausen gehörten damals noch nicht zum Gemeindegebiet Eching, sie bildeten bis 1. Januar 1978 eine selbständige Gemeinde.
Das Emblem der Zeitung wurde 1997 in das Register des Deutschen Patentamtes eingetragen und somit als Marke geschützt. Die ersten Nummern umfassten nur wenige Seiten, doch der Umfang wuchs stetig. Heute kann die Zeitung die Fülle der Artikel kaum bewältigen. Das Format änderte sich mehrmals, bis es seine heutige handliche Größe fand. Auch die Druckereien wechselten. Stets aber fand sich Monat für Monat eine Gruppe von Mitgliedern zusammen, allesamt Amateure in Sachen Zeitung, die hochmotiviert und ohne Honorar Artikel verfassten. Die redaktionelle Arbeit leistete der jeweilige Leiter dieses „Zeitungskreises“ ebenfalls ehrenamtlich. Über Anzeigen finanzierte sich das Blatt, so dass es durch Austräger kostenlos an alle Haushalte des Gemeindegebiets verteilt werden konnte. Auf dieser Grundlage bestand die Zeitung bis 2003. Eine Wende trat ein, als sich für die Redaktionsarbeit kein Mitglied mehr ehrenamtlich zur Verfügung stellte. Daher wurde diese Aufgabe dem Schreib- und Informationsbüro Wilms gegen Bezahlung übertragen.
Ab 1973 ließ die Gemeinde Eching ihre amtlichen Bekanntmachungen und den Bürgermeisterbrief im ECHINGER FORUM abdrucken und wählte es damit zu ihrem amtlichen Organ.

Der Künstlerkreis
Der Verein bot 1975 Hobbymalern Gelegenheit, mit ihren Werken an die Öffentlichkeit zu treten. Diese Ausstellung mit Preisverleihung führte zur Gründung des Echinger Künstlerkreises durch Christine Schwertner, die ihn als einen Arbeitskreis des ECHINGER FORUM leitete. Später standen Anita Wolf, Dr. Walburga Eder und Irmgard Meissner der Gruppe vor, die mindestens einmal im Jahr eine Ausstellung auf hohem Niveau veranstaltete. Zwischen den Jahreshauptversammlungen 1989 und 1990 spaltete sich der Künstlerkreis vom Verein ab und erklärte sich zur freien Gruppe. Die Herbstausstellung 1990 gesteltete er erstmals in eigener Verantwortung.

Ideen und Impulse
Neben der Herausgabe der Zeitung und dem Kunstschaffen entwickelte der Verein vielfältige Aktivitäten. Es gab ja in den Anfangsjahren in Eching kein Bürgerhaus, das den Kulturbetrieb organisierte, kein Jugendzentrum, das ein Programm anbot. Das ECHINGER FORUM lud zu Foto-und Gemäldeausstellungen ins Foyer des Rathauses ein, die von musikalischen Darbietungen umrahmt wurden. Bei einem Malwettbewerb für Kinder ermittelten die Besucher per Stimmabgabe die Preisträger. Aktive Vereinsmitglieder veranstalteten Vorträge, Kurs, Weihnachtsbasar und Faschingsfeier. Auch der erste Echinger Wochenmarkt ging auf eine Initiative des ECHIGER FORUM zurück, ebenso das erste Freizeitheim für die Jugend. Eine Baubaracke des Olympiageländes wurde nach Eching transportiert.

Krisen
Die Vereinsgeschichte verlief zeitweise stürmisch, zweimal stand die Auflösung des Vereins auf der Tagesordnung einer Mitgliederversammlung. Es gab Unstimmigkeiten in der Redaktion, Schwierigkeiten mit dem Druck, Versuche der Einflussnahme, Terminlast vor einem Berg von Arbeit. Zu vereinsinternen Problemen gesellten sich Angriffe von außen, Vorwürfe der Parteilichkeit, politische Auseinandersetzungen. Um die politische Neutralität der Zeitung zu schützen, überließ das ECHINGER FORUM die Berichterstattung über Aktivitäten der politischen Parteien den Ortsverbänden selbst und räumte ihnen jeden Monat je eine Spalte zur Darstellung ihrer Positionen ein, ohne dafür die redaktionelle Verantwortung zu übernehmen.

Die Vorstände
Die 1. und 2. Vereinsvorstände werden laut Satzung alle zwei Jahre gewählt, in der Anfangszeit wechselten die Vorsitzenden jedoch häufiger und waren bis 1977 zu dritt. Die Protokolle der Wahlen zeigen folgende Ergebnisse:

1972 Werner Pröckl, Jürgen Steinbach;
1973 Dr. Wolfgang Waschkowski, Dr. Peter Gonser, Ulrich Ebers;
1974 Dr. Wolfgang Waschkowski, Erich Diesing, Jürgen Schulze;
1975 Dr. Wolfgang Waschkowski, Erich Diesing, Irene Hegenauer;
1975 Dr. Wolfgang Waschkowski, Erich Diesing, Christine Schwertner;
1977 Axel Schlag, Hermann Pfeiffer;
1977 Irene Hegenauer, Hermann Pfeiffer;
1979 Irene Hegenauer, Walburga Buchmeier;
1981 Irene Hegenauer, Walburga Buchmeier;
1982 – 1990 Walburga Buchmeier, Dagmar Stöckigt;
1990 Walburga Buchmeier, Claudia Höinghaus;
1992 Walburga Buchmeier, Claudia Höinghaus;
1994 – 1998 Walburga Buchmeier, keine 2. Vorsitzende;
1998 Walburga Buchmeier, Helga Sperling;
2000 Walburga Buchmeier, Helga Sperling;
2002 Heinz Müller-Saala, Karl-Heinz Damnik;
2005 Irene Nadler, Karl-Heinz Damnik.
2007 Irene Nadler, Karl-Heinz Damnik.
2009 Irene Nadler, Karl-Heinz Damnik.
2011 Irene Nadler, Dagmar Zillgitt
2013/2014 Dagmar Zillgitt, Andrea Mayerhofer
2015/2016 Dagmar Zillgitt, Andrea Mayerhofer
2017/2018 Dagmar Zillgitt, Andrea Mayerhofer

Ehrungen

1983
verlieh Landrat Ludwig Schrittenloher erstmals den vom Landkreis gestifteten Kulturpreis. Das ECHINGER FORUM erhielt den Anerkennungspreis „aufgrund der Verdienste auf dem Gebiet des Kommunikationswesens im Bereich des Landkreises Freising“.
Sechs Mitglieder des Zeitungskreises erhielten am 4. Oktober 2000 „In Würdigung langjähriger hervorragender Verdienste“ das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern“. Die Auszeichnung bestand in einer Anstecknadel und einer Urkunde, die Landrat Manfred Pointner stellvertretend für Ministerpräsident Edmund Stoiber an (von links nach rechts) Marianne Graetz, Karl-Heinz Damnik, Walburga Buchmeier, Lore Heidler, Irene Nadler und Heinz Müller-Saala (nicht auf dem Foto) überreichte.

Am 16. Februar 2004
ernannte 1. Vorsitzender Heinz Müller-Saala Lore Heidler und Walburga Buchmeier zu Ehrenmitgliedern des Vereins. Als Schriftführerin gehörte Lore Heidler zwei Jahrzehnte dem Vereinsausschuss an, als Verfasserin von Artikeln in Sachen Kultur dem Zeitungskreis. Walburga Buchmeier war drei Jahre 2. und 21 Jahre 1. Vorsitzende, ferner langjährige Leiterin des Zeitungskreises und schreibendes Mitglied.

Eine Chronik
Durch die kontinuierliche Berichterstattung über alle Bereiche des gemeindlichen Lebens ist die Zeitung ECHINGER FORUM zu einer Chronik über nunmehr 33 Jahre geworden. Die Zeitungsmacher sind bestrebt, allen Ortsteilen und Interessensgruppen Rechnung zu tragen und ein ausgewogenes Gesamtbild zu gewährleisten. Sie begleiteten die Entwicklung der Gemeinde in einer entscheidenden Phase und dokumentierten wichtige Ereignisse in Wort und Bild.

Eching im März 2006 Walburga Buchmeier